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Bild von Rainer Pregla

19.07.2021 Rainer Pregla

ADAC MX Masters in Tensfeld: 250. Jubiläumslauf leider ohne Publikum
“Und da ist sie die grüne Flagge – noch 15 Sekunden bis zum Start…“ Die 40 Motoren summen, das Geheul geht über in ein mächtiges Dröhnen, ehe es ¬- begleitet vom musikalischen Countdown – in ein einziges Getöse mündet. Die Startrampen fallen, machen den Weg frei, die 40 Fahrer geben gleichzeitig Gas, pesen auf der Startgeraden in die erste Kurve, die Grips wühlen den gerade noch eben geglätten Sand auf und schaufeln tiefe Rillen. Der Kampf um die besten Positionen hat begonnen, dann heißt es für die Motocross-Piloten die richtige Mischung aus Geschwindigkeit und Kurvenlage, aber auch Absprung, Sprunghöhe und Weite gekonnt auszutaxieren. Wie an einer Perlenschnur fliegen die Biker über die Spunghügel des Tensfelder Parcourses. Die ersten liegen da schon wieder in der Kurve, kämpfen sich in der „Sandkiste von Tensfeld“ durch den Grund. Das sind sie, die spektakulären Bilder der wechselweise hüpfenden Motorräder, wenn man sich das aus der Weite anschaut. Sekundenlang dauern die sensationellen Flugeinlagen, wenn die Piloten über die Startrampen Anlauf nehmen und über die zahlreichen Sandhügel fliegen. Dramatik und Ästhetik vereinen sich zu einem großen Ganzen Spektakel. Die Detailbilder fesseln – zeigen die pure Leidenschaft für Technik, Maschine und den Kampf um jeden Meter Boden.

Das ADAC MX Masters in Tensfeld feierte am Wochenende des 17. und 18. Juli 2021 auch noch ein Jubiläum: Der dritte Lauf am Sonntag war der 250. Lauf der Mastershistorie. Wie schade, dass die Rennen wegen der Pandemieverordnungen wieder ohne Zuschauer vor Ort abliefen. Zum Glück blieben die Liveübertragungen im Internet, die alle Rennen mit eindrucksvollen Bildern – von Experten kommentiert - übertrugen.

Drei Rennen in drei Klassen – verteilt auf zwei Tage – das Team von Holger Zankel, Vorsitzender des MCE Tensfeld, hat erneut ganze Arbeit geleistet, damit die 145 Fahrer, ihre Familien und Teams, die Medien und die Offiziellen ein sicheres und attraktives Rennen erleben konnten. Kaum zu glauben, wie viele fleißige Hände nötig sind, so ein Rennen auf die Beine zu stellen. Unzählige Streckenposten, Flagmarshals, Sportwarte, Sanitäter, Helferinnen und Helfer aller Art, die die heißen Stunden zum Teil ehrenamtlich hier verbringen, weil sie die Leidenschaft für den Motorsport vereint. So zollten die Fahrer den Organisatoren großen Respekt: „Das haben die hier wieder perfekt vorbereitet“, meinte etwa Louis Höhr aus Stockelsdorf. Der Schleswig-Holsteiner hat sein Ziel erreicht, drei Mal in die Punkte zu fahren. Anders sein Mitstreiter Fynn-Niklas Tornau aus Ostholstein, der sein Debüt in der Mastersklasse feierte und feststellen musste, dass diese Klasse einen doch deutlich höheren Kraftaufwand fordert. Auch dazu ist die „Sandkiste von Tensfeld“ gut: Erfahrungen sammeln – neue Ziele setzen.

Diese Erkenntnis blieb am Ende auch dem dritten Local Hero, Mike Stender aus Eutin, der Opfer gleich mehrerer Stürze wurde. So wurde es schwer, die verlorenen Postionen wieder aufzuholen, trotz des vorhandenen Speeds. Dennoch lieferte Stender ein solides Rennen ab, pflügte mit konstanten Rundenzeiten durch den tiefen Sand und kam auf Platz 13. Der Angriff auf einen Top3-Platz beim Heimrennen hat Stender nun auf nächstes Jahr verschoben.

Sieger des Masters wurde der Weilheimer Max Nagl, der mit Konstanz von Anfang bis Ende beeindruckte und trotz technischer Probleme, die ihm sein stotternder Motor am Sonntag bereitete, durchhielt.

Spektakuläre Sprünge, tolle Flugeinlagen und packende Szenen gab es auch bei den beiden Juniorklassen: Im MX Junior Cup 85 beendete der Niederländer Levi Schrik alle drei Läufe siegreich und wurde Erster. Sein Landsmann Scott Smulders war im MX Junior Cup 125 eigentlich schon auf der Siegerstraße, doch der 16-Jährige verpasste den Vorstart zum dritten Rennen und wurde von diesem ausgeschlossen. So konnte in der Gesamtwertung Maximilian Werner aus Jena überraschend auf den ersten Platz vorbeiziehen - dem Niederländer blieb nur Platz Zwei. Es sind auch diese Geschichten, die auf den Motocross-Strecken geschrieben werden. Diesmal war es Tensfeld. Nun zieht der Rennzirkus weiter. Am Wochenende des 14. und 15. August geht es in Dreetz weiter.