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Pole-Pace im Regenchaos von Grindsted

Ricardo Messina

Vom 28. bis 30. August 2026 ging es für mich über die deutsche Grenze nach Grindsted in Dänemark, wo ich als Gaststarter beim 5. Lauf der dänischen Rotax-Meisterschaft (DRMC) an den Start ging. Für mich war es das erste Rennwochenende auf dieser Strecke – entsprechend wichtig war es, möglichst schnell einen Rhythmus zu finden und die Strecke kennenzulernen.

Einfach machte es uns das Wetter allerdings nicht. Schon beim Training am Freitag wechselten sich trockene, feuchte und komplett nasse Bedingungen immer wieder ab. Dadurch war es schwierig, wirklich konstant an der Strecke und am Setup zu arbeiten. Vor allem im Trockenen fehlten mir dadurch am Ende wichtige Runden, während ich mich im Regen schnell wohlfühlte und dort eine gute Pace aufbauen konnte.

Auch der Samstag begann erneut nass und das Qualifying fand noch auf nasser Strecke statt. Und dort passte plötzlich alles: Ich fand einen richtig guten Rhythmus, konnte vor allem auf der Bremse viel herausholen und fuhr zunächst auf die Pole Position.

Ganz behalten durfte ich sie leider nicht. Da mein Spoiler eingedrückt war, wurde meine schnellste Runde gestrichen. Mit meiner zweitschnellsten Runde fehlten mir allerdings gerade einmal sechs Tausendstelsekunden zur Pole – damit blieb immer noch Startplatz 2 und eine richtig gute Ausgangslage für die Rennen.

Nach dem Qualifying trocknete die Strecke ab, sodass die ersten beiden Heats auf trockener Strecke gefahren wurden. Und genau da zeigte sich, wo mir an diesem Wochenende noch die Erfahrung fehlte. Im ersten Heat war es erst meine zweite richtige trockene Session auf der für mich neuen Strecke. Während ich meine Pace im Regen bereits gefunden hatte, fehlten mir im Trockenen noch der Rhythmus und die nötige Konstanz. Trotzdem lag ich zunächst auf Platz 7, bevor eine Kollision mit einem Mitstreiter weitere Positionen kostete. Am Ende blieb Platz 9.

Im zweiten Heat ging es dann schon deutlich besser. Von Platz 2 gestartet, fiel ich in der turbulenten Startphase zunächst bis auf Platz 5 zurück. Danach fand ich aber immer besser in meinen Rhythmus, konnte mich wieder auf Position 4 vorarbeiten und das Rennen dort auch beenden. Vor allem die konstanteren Runden und die deutlich bessere Pace waren für mich ein gutes Zeichen.

Der Sonntag machte es uns dann noch einmal besonders schwierig. Über die vier Sessions hinweg wechselten die Bedingungen tatsächlich jedes Mal: nass, trocken, nass, trocken.

Im nassen Warm-up fühlte ich mich sofort wieder wohl und fuhr auf Platz 2. Für den dritten Heat trocknete die Strecke dann wieder ab – und genau diese Bedingungen fielen mir auf der für mich noch neuen Strecke besonders schwer. Mir fehlte weiterhin die Konstanz und ich bekam die Pace, die im Regen da war, im Trockenen einfach noch nicht zuverlässig zusammen. So beendete ich Heat 3 auf Platz 8.

Zum Pre-Finale kam dann der Regen zurück – und damit auch direkt meine Pace. Durch die Ergebnisse aus den Heats musste ich von Platz 8 starten, konnte mich aber in einem richtig engen Rennen bis auf Platz 5 nach vorne kämpfen. Zwischen Platz 2 und mir lag am Ende gerade einmal rund eine Sekunde. Das Feld lag extrem eng zusammen und für mich war es ein weiteres Zeichen dafür, wie gut die Pace unter nassen Bedingungen an diesem Wochenende war.

Für das Finale trocknete die Strecke dann erneut ab. Von Startplatz 10 ging es für mich ein letztes Mal ins Rennen. Gerade im engen Feld fiel es mir aber schwer, meinen Rhythmus zu finden und konstante Runden zusammenzubekommen. Auf der für mich noch neuen Strecke fehlte mir im Trockenen einfach noch die Sicherheit und Erfahrung, die ich im Regen bereits gefunden hatte. Am Ende überquerte ich die Ziellinie auf Platz 10.

Unterm Strich war Grindsted für mich ein Wochenende mit vielen neuen Erfahrungen. Natürlich hätte ich mir im Trockenen etwas mehr gewünscht, gleichzeitig nehme ich aber auch sehr viel Positives mit: Pole-Pace im nassen Qualifying, eine starke Geschwindigkeit im Regen und mehrere gute Rennen auf einer Strecke, die ich vorher noch nie gefahren war. Gerade bei den ständig wechselnden Bedingungen konnte ich viel lernen und wichtige Erfahrungen für die nächsten Rennen sammeln.

Ein großes Dankeschön geht an mein Team Kartschmiede rund um Frank Hansen für die Unterstützung und die Arbeit über das gesamte Wochenende. Ebenso möchte ich mich beim ADAC Schleswig-Holstein für die Unterstützung bedanken, die solche Rennwochenenden für mich möglich macht.

Ricardo Messina