Am 19. und 20. September 2026 ging es für mich zum fünften und letzten Lauf der Rotax MAX Challenge Germany nach Oschersleben in Sachsen-Anhalt. Nach einer langen und ereignisreichen Saison wollte ich zum Abschluss noch einmal zeigen, wie sehr ich mich über das Jahr weiterentwickelt hatte, und mit einem guten Ergebnis in die Winterpause gehen.
Das Wochenende begann solide. Im Qualifying sicherte ich mir den 8. Platz, wobei mir gerade einmal rund zwei Zehntelsekunden auf die Pole Position fehlten. Das Feld lag also wieder einmal extrem eng zusammen und ich wusste, dass ich mit meiner Pace gut dabei war. Auch in den anschließenden Heats konnte ich konstant im vorderen Feld mitfahren. Den ersten Heat beendete ich zunächst auf Platz 8, fiel durch eine Spoilerstrafe allerdings auf Platz 11 zurück. Im zweiten Heat lief es dann wieder besser und ich kam auf Platz 7 ins Ziel.
Nach den beiden Heats lag ich in der Intermediate Classification auf Platz 8 und ging von dort aus in den Superheat. Und dort lief es dann richtig gut! Ich konnte mich im Laufe des Rennens um vier Positionen verbessern und fuhr bis auf Platz 4 nach vorne. Das war ein richtig gutes Ergebnis und zeigte mir noch einmal, dass ich mit meiner Pace auch ganz vorne mitkämpfen konnte.
Richtig spannend wurde es dann am Sonntag zum Finale. Kurz vor dem Rennen setzte plötzlich Regen ein und im Vorstartbereich wurde es noch einmal richtig hektisch. Überall wurde an den Karts gearbeitet, um sie in letzter Minute auf die nassen Bedingungen umzustellen. Auch für uns hieß es, schnell reagieren und das Kart rechtzeitig für das Regenrennen vorbereiten.
Nach dem Start ging es dann richtig zur Sache. Einige Fahrer mussten aus der Boxengasse starten und ich fand mich plötzlich auf Position 2 wieder. Von da an entwickelte sich ein unglaublich spannendes Rennen. Ich hatte im Regen eine richtig starke Pace, konnte gut mit den Fahrern an der Spitze mithalten und war zwischenzeitlich sogar auf Podiumskurs.
Besonders in den letzten Runden wurde es noch einmal richtig eng. Die Fahrer auf den Positionen 3 bis 6 lagen dicht beieinander und kämpften bis zur Ziellinie um jeden Platz. Am Ende fehlte mir nur ein kleines Stück zum Podium und ich überquerte die Ziellinie auf Platz 5, ganz knapp hinter den Plätzen 3 und 4. Leider bekam ich noch eine Spoilerstrafe, wodurch ich nachträglich auf Platz 7 zurückfiel.
Natürlich war das ärgerlich, gerade weil das Podium an diesem Tag wirklich zum Greifen nah war. Trotzdem war ich mit dem Rennen richtig zufrieden. Die Pace war da und mit etwas mehr Erfahrung und dem einen oder anderen besseren Manöver wäre sogar ein Podiumsplatz möglich gewesen. Für mich war es auf jeden Fall eines der stärksten Rennen der Saison und ein richtig schöner Abschluss.
Mit Oschersleben geht nun auch meine RMC-Germany-Saison 2026 zu Ende. Wenn ich zurückblicke und meine Leistungen vom Saisonanfang mit denen von heute vergleiche, ist das wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich habe in diesem Jahr unglaublich viel gelernt, bin als Fahrer deutlich sicherer und konstanter geworden und konnte immer häufiger zeigen, dass ich auch mit den schnellen und erfahrenen Fahrern mithalten kann. Genau diese Entwicklung macht mich besonders zufrieden.
Für die kommende Saison ist mein Ziel deshalb klar: Noch konstanter werden und vorne angreifen. Oschersleben hat mir noch einmal gezeigt, dass dieses Ziel durchaus realistisch ist und woran ich über den Winter weiterarbeiten möchte.
Ein besonders großes Dankeschön geht an mein Team Kartschmiede und vor allem an Frank Hansen, der mit seiner Erfahrung und Unterstützung einen riesigen Anteil an meiner Entwicklung in diesem Jahr hatte. Ohne die gemeinsame Arbeit wäre dieser Fortschritt so nicht möglich gewesen.
Ebenso möchte ich mich bei Andreas Matis und der gesamten Organisation der RMC Germany für die tolle Rennserie und die spannenden Veranstaltungen bedanken. Es hat wieder unglaublich viel Spaß gemacht, Teil dieser Meisterschaft zu sein.
Und natürlich geht auch ein großes Dankeschön an den ADAC Schleswig-Holstein für die Unterstützung während der gesamten Saison. Diese Unterstützung bedeutet mir sehr viel und hilft mir dabei, meinen Weg im Motorsport weiterzugehen.
Die Saison 2026 ist vorbei – aber für 2027 bin ich motivierter denn je!
Ricardo Messina


